Montag, 5. April 2010

Incredible Mumbai

Meine derzeitige Station meiner Reise ist Mumbai. Durch Filme wie Slumdog Millionaire, Reportagen und Berichten von anderen Freiwillgen, war ich eher eingeschuechtert und mir vorher nicht ganz sicher, ob ich ueberhaubt nach Mumbai kommen soll und wenn ich komme, dann nur kurz. Meine Reiseplanungen haben sich aber so ergeben, dass ich gleich mehrere Tage in Mumbai bleiben muss. Ich Nachhinein ist das auch gut so. Ich bin von der Stadt ueberwaeltigt. Am ersten Tag war ich in den Stadtvierteln Colaba, Churchgate, Fort Viertel und Malabar Hill. Alle befinden sich im Sueden der Stadt und bilden sozusagen dass Stadtzentrum Mumbais und die Heimat der Reichen Indiens. Ueberall stehen hier Ueberreste der Kolonial Zeit. Die Stadt gleicht einer Mischung aus London mit suedeuropaeischem Lebensstil. Es fahren sogar die Englischen Doppeldeckerbusse auf den Strassen. Hier, in diesen Stadtvierteln sind Rikshaws verboten und so ist folglich das Verkehrgetuemmel um Einiges reduziert. Ausserdem wird hier um einiges weniger gehubt. Da macht das Bummeln durch die Strassen gleich viel mehr Spass. Gestern war ich auf der Elephanta Island, eine Faehrenstunde von Mumbai entfernt. Dort bestichtigte ich die in die Felsen gehauene Hoehlen. Wieder zurueck in Mumbai City habe ich mich weiter in den Norden zu den Dhobi Ghats gewagt. Dort sieht man die andere Seite Mumbais. Zwischen kleinen Wellblechhaeusern und kleinen Slumsiedlungen schiessen Wolkenkratzer in die Hoehe. An den Dhobi Ghats wird alles gewaschen, was in Mumbai an Waesche anfaellt.
In der Stadt von Bollywood, durfte ich natuerlich auch nicht verpassen mir einen Film in einen der vielen Kinos anzuschauen. Der Film 'Clash of the Titans' hat mich nicht ganz ueberzeugt, war aber schoen, das erste Mal nach 8 Monaten wieder ins Kino zu gehen.
Heute Nacht fahre ich nach Aurangabad und werde mir dort die Ajanta und Elora Caves anschauen.
Von dort hoert man bestimmt wieder neues von mir...


Donnerstag, 1. April 2010

GOA

Hallo,
befinde mich gerade am beruehmten Strand von Palolem.
Im Gegensatz zu Gokarna hat sich in Goa schon der Pauschaltourismus breit gemacht und es steht am Strand eine Bar neben der anderen und die Strassen dahinter sind beidseitig mit Touristenshops zugepflastert. Hinzu kommt, dass alles doppelt bis 3fach so teuer wie im Normal-Indien ist. Das was mir an Gokarna so gut gefallen hat, dass man sich nur unter Backpackern und ein paar Aussteigern befindet, gibt es hier nicht. Trotzdem laedt der Strand zum Sonnenbaden und Entspannen ein.
Morgen fahren wir den ganzen Tag nach Mumbai
Von dort weitere Berichte...
Neuste Bilder gibts hier

Sonntag, 28. März 2010

los gehts...

Hallo,
Ich habe Ferien! genauer gesagt, ziemlich lange Ferien. Die Schule, in der ich arbeite, schliesst am 10. April, fuer 1 einhalb Monate, weil es zu heiss zum lernen ist. Die juengeren Kinder, die ich hauptsaechlich unterrichte, sind schon am 20.3 in den Urlaub entlassen worden, damit die aelteste Gruppe sich auf das Examen in Ruhe vorbereiten kann. Ausserdem, sind Benedikt, Max und Michael schon seit 15.3 in Indien. Da ich eh nicht mehr so viel zu arbeiten hatte konnte ich mir die Erlaubnis abholen mit ihnen mitzureisen. Nachdem die anderen schon einige Plaetze im Norden Indiens besichtigt hatten, trafen wir uns in Bangalore und fuhren von Freitag auf Samstag mit dem Nachtzug nach Hampi. Fuer mich ist es das zweite Mal Hampi. Trotzdem wieder super schoen. Heute hatten wir uns mehrere Mopeds ausgeliehen und haben die ganze Gegend erkundet. Die Moped konnten unserer Fahrweise und dem holprigen Untergrund nicht ganz Stand halten und wir hatten so einige Schaeden zu verzeichnen, aber mit einer Strafe von 100 Rupees sind wir noch ganz gut weggekommen.
Morgen geht es weiter nach Goa und danach nach Gokarna, wo ich erst vor 2 Wochen ein Wochenende verbrachte. Dort erwarten uns schoene Straende und bestimmt nicht zu viel Stress.
Fotos, sowie weitere Reiseberichte folgen, wenn ich mal mehr Zeit und gutes Internet habe.
Gruesse
35Grad Innentemperatur mit Ventilator, Hampi

Sonntag, 7. März 2010

Schnappschuesse

Wie versprochen weitere Schnappschuesse:

Die Ochsen: Ohne die Ochsen wuerde bei uns auf dem Land nichts Laufen. Ochsenkarren sind fuer die meisten Leute das Fortbewegungsmittel oder man benutzt ihn als Lastwagen. Ochsen werden immer noch zum umpfluegen des Feldes hergenommen. Obwohl ich schon ein Angebot fuer einen Traktor fuer umgerechnet 500 Euro zum Kauf gesehen habe, wird sich auch in naechster Zeit erstmal nichts daran aendern, dass bei der Landwirtschaft auf die Ochsen zurueckgegriffen wird.
Der MEGA BUY, Save 0.25Rs : Solche super Sparangebote wie dieses gibt es haeufig. 100 Paise wuerden einen Rupie ergeben. Doch es sind kaum Paise im Umlauf und man bekommt auch nie sein Wechselgeld mit Paise wieder raus. Also, wenn man auf diesen MEGABUY eingeht, wuerde man wahrscheinlich auch 10 Rupies zahlen muessen und dann doch leider nicht diese 25 Paise (= 0.5 Cent) sparen.

Zeit vergeht...

Mein letzter Eintrag liegt schon wieder ein bisschen zurueck. Deshalb fass ich die Geschehnisse der letzten Wochen mal kurz zusammen.
Vor ca. 2 Wochen unternahmen meine Eltern eine Rundreise durch Indien. Ich fing sie in Pondycherry an der Ostkueste von Indien ab und wir machten uns gemeinsam mit der Reisegruppe auf den Weg nach Chennai ueber Mamallapuram und dann zurueck nach Mysore zu meinem Projekt.
Pondycherry ist eine ehemalige franzoesische Kolonie und ein wenig franzoesischen Wind kann man heute nach spuerren. Das Dorf ist gepflegter als andere indische Doerfer, es gibt Alleen und ich genoss mein erstes belegtes Baguette seit mindestens 7 Monaten.
Weiter gings nach Mamallapuram. Dort gibt es, aus dem Stein geschlagene, Tempel und Steinreliefs zu bewundern.
Von Chennai waren wir alle leider ein bisschen entaeuscht. Es gibt kein wirkliches Zentrum und auch nicht wirklich bemerkenswerte Sehenswuerdigkeiten. Fuer das alles wurden meine Eltern in Mysore entschaedigt. Dort schauten wir uns den Mysore Palast an, den Palast von Tippu Sultan und den Devaraja's Market an und natuerlich besuchten meine Eltern auch noch mein Projekt. Ausserdem fand Mama zur Freude von Papa noch ihr persoenliches Einkaufsparadies in den Seidelaeden von Mysore, wo wir bestimmt auch ein paar Stunden verbrachten.
Letzten Sonntag wurde in Indien 'Holi' gefeiert. 'Holi' wird zum Fruehlingsanfang (bei bestimmt 40 Grad! Ich wuensch mir den Winteranfang her) gefeiert. Man beschuettet sich mit Wasser und wirft Farben auf Andere. Wir feierten es in unserem Projekt und es war mal wieder schoen bei einer richtig guten Wasserschlacht mitzumachen. Auf jeden Fall war es das spassigste Fest, dass wir bis jetzt in Indien gefeiert haben.Weitere Bilder von unseren Schlachten muss ich mir erst noch zusammensuchen...

Gestern wurden wir sehr kurzfristig darum gebeten, in einem Stand, bei einem Festival in der Stadt T-Shirts zu Gunsten unseres Projekts zu verkaufen. So standen wir mit anderen Volunteers 2 Stunden lang am Stand und naja, der Umsatz soll schon mal besser gewesen sein.
In Projekt strichen wir letzte Woche die Metall-Dach-Konstuktion eines offenen Klassenzimmer mit Rostschutzmittel an.
Ausserdem wird noch fleissig Fussball, Volleyball und Voelkerball gespielt und unser Unterricht wird immer besser. Auch dank eines umfangreichen Gummibaerchen Imports aus Deutschland.

Sonntag, 14. Februar 2010

Schnappschuesse...

Am Anfang meines Jahres in Indien haette ich hunderte Sachen aufzaehlen koennen, die in Indien anders sind als zu Hause in Deutschland. Mittlerweile ist alles normal geworden. Deshalb hab ich mich entschlossen, immer wenn ich in die Stadt gehe meine Kamera mitzunehmen und ein paar Fotos des alltaeglichen Lebens in Indien zu machen...

Mein Friseur: Zur Auswahl gibt es 2 Frisuren, "short or medium".


Eine typisch suedindische Speise, ein Thali: Normalerweise Reis und Sossen. In diesem Restaurant ein Chapathi, Gemuese, Sossen und Reis all-you-can-eat fuer 50Rs
Gegessen wird wie immer mit der Hand.


Eine gelbe Kuh beim Melken in der Stadt: Gelbe Kuehe sind keine billige Milka Nachahme sondern zu Shankranthi (ist mit Ernte Dank Fest zu vergleichen) in einer Puja (Gebet) verehrte Kuh. Hat in so fern den Vorteil, dass die Kuh dadurch bestimmt laenger und gesuender leben wir und hoffentlich auch mehr Milch geben wird.
Achja, Kuehe leben in Indien tatsaechlich auf der Strasse in der Stadt. Frische Milch gibts nicht im Supermarkt sondern von der Kuh nebenan.


Eine indische Familie auf dem Motorrad: In Indien wird das Motorrad als Familien Vehikel benutzt und es passt auch die ganze Familie rein bzw. drauf.

Ein "Bus": Diese "Busse" fahren die Doerfer ab. Da ich nur in in Richtung Stadt fahre, musste ich noch nicht mit einem dieser "Busse" fahren.

more to come...

Mein Halbjahresbericht

Zwischenbericht

FSJ-Jahrgang: 2009/2010

Name, Vorname: Commes,Matthias

Einsatzland: Indien

Projekt, Stadt: Divya Deepa Trust,Kaliyuva Mane, Mysore

Ein halbes Jahr arbeite ich mittlerweile in Mysore, Indien fuer mein Projekt Divya Deepa Trust, Kaliyuva Mane.

Kaliyuva Mane ist eine gebuehrenfreie Schule fuer sozial vernachlaessigte Kinder. Kinder, die in den Government Schulen nicht zurechtgekamen oder Kinder, deren Eltern nicht lesen und nicht schreiben koennen und deren Eltern sich nicht darum kuemmern ob ihre Kinder in die Schule gehen oder nicht. Meistens sind sie die erste Generation ihrer Familie sind, die in die Schule gehen.

Ich arbeite hier zusammen mit Sven Warnke aus Deutschland, einem anderen Freiwilligen der Organisation ICJA.

Unser Projekt liegt 15 km ausserhalb von Mysore. Das bedeutet in Indien total laendliche Atmosphaere, 18 Stunden kein Strom, manchmal kein fliessendes Wasser und kein Internetzugang. Vor meinem Ankunft in Indien hatte ich bei der Auswahl der Projekte ein Projekt aussortiert, das mich in der Beschreibung mit „frequent power cuts“ abschreckte. Aber kein Strom, kein fliessendes Wasser und kein Internet, da macht man sich in Deutschland ernste Gedanke, ob man ohne das alles ueberhaupt leben kann, sind in Indien kein Problem und ich habe mich sehr schnell daran gewoehnt. Der grosse Vorteil an unserem laendlichen Projekt ist, dass man in Reichweite einer grossen Stadt ist (gute Busverbindung) und dass man ausserhalb des Smogs einer indischen Grosstadt lebt.

Mein Projekt haette ich mir nicht besser vorstellen koennen. In die Schule gehen 40 Kinder von denen 23 auch hier wohnen und der Rest kommt aus dem 1 km entfernten Dorf Kenchalagudu. Unser Chef ist ein sehr netter Mensch. Die Kinder nennen uns „Anna“ (=grosser Bruder) und man nimmt hier wirklich eine Bruderrolle fuer die Kinder ein. Man kann sagen wir leben hier wie eine grosse Familie zusammen. Ausserdem dem Chef, seiner Frau, seinem Sohn und den 23 „residential students“ leben in Kaliyuva Mane noch 2 Koechinnen, ein Bauer, der sich um die 6 Kuehe des Projekts kuemmert und ein Schul-Van-Fahrer.

Unsere Unterbringung ist im Vergleich zu anderen Freiwillgen purer Luxus. Wir haben eine grossen Raum mit eigenem Badezimmer mit Sitzklo und einer Dusche! Was in Indien sehr selten vorkommt. Allgemein gebraeuchlich ist das Loch im Boden, dass man aus dem Italien Urlaub kennt.

Zum Essen gibt es bei uns zwei mal am Tag Reis mit Gemuesesosse und in der Frueh etwas abwechslungsreichers Essen wie Chapati, Puri, Idlis,...

Ehrlich gesagt, brauchte ich etwas bis ich mich daran gewoehnt hatte und ich suchte am Anfang lieber die besseren Hotels auf um etwas europaeisches zu Essen. Zur Zeit gehe ich sehr gerne in indische Restaurants und bestelle mir ein Thali (all-you-can-eat Reis) und spare mir dadurch auch Geld.

Die Kinder werden in unserem Projekt sehr gut behandelt und im Gegensatz zu anderen Schulen und Projekten von Mitfreiwilligen nicht geschlagen. In den Klassen wird versucht mit alternativen Unterrichtsmethoden, wie Spielen, Gruppenarbeit... den Kindern etwas beizubringen.

Wir unterrichten taeglich 2-4 Stunden. Ausserdem kuemmern wir uns noch um einen Gemuesegarten, machen Office-Arbeit und helfen am Morgen nach der Yogastunde fuer die Kinder, an der wir teilnehmen, in der Kueche.

Unsere Arbeit ist sehr vielfaeltig und es wird Sven und mir sehr selten langweilig.

Unser Unterricht lief am Anfang nicht rund. Wir haben das Englisch der Schueler total ueberschaetzt und sie zuerst sehr ueberfordert. Ausserdem haben sie unser Englisch kaum verstanden und dem Unterricht nicht folgen koennen. Deshalb machten sich unsere Kinder die eigentlich schoene Arbeitsathmosphaere mit Frei-Luft-Klassenzimmern zu nutze und kletterten waehrend des Unterrichts auf Baeume, versteckten sich irgendwo und spielten mit uns Fangen. Mittlerweile haben wir alles unter Kontrolle. Nach der Einfuehrung eines Bestrafungssystem mit Hilfe der ‚Kids‘ Bank‘ der Schule und eines Belohnungssystems ( Wer eine Stunde lang im Unterricht mitmacht und mitschreibt bekommt einen Smilie. Nach 9 Smilies gibt es ein paar „German Chocolates“ = Gummibaerchen.)laeuft der Unterricht jetzt fast schon sehr gut. Nicht nur durch dieses System ist der Unterricht besser geworden sondern auch weil unsere paedagogischen Faehigkeiten meiner Meinung nach besser geworden sind. Ausserdem haben wir uns Grundkenntnisse in Kannada, der Landessprache von Karnataka, angeeignet, mit denen wir uns ein wenig mit den Kinder verstaenigen koennen. Ich bin mir sicher, dass die Kinder schon durch unseren Unterricht profitiert haben und in Englisch besser geworden sind.

Der Gemuesegarten war unserer erstes groesseres Projekt in der Schule. Da wo der Garten jetzt steht, war frueher eine grosse Wiese. Deshalb waren wir am Anfang stundenlang im Garten beschaeftigt um neue Felder auszugraben. Mittlerweile laeuft es fast von alleine und wir bekommen, obwohl wir keine Ahnung von landwirtschaft haben, eine erstaunlich grosse Ausbeute an Gemuese. („Die duemmsten Bauern ernten die groessten Katoffeln“)

Unser Projekt profitiert von einem sehr grossen Playground auf dem sich die Kinder nach der Schule austoben koennen. Bevor wir kamen wurde nur die indische Nationalsportart Cricket gespielt. Deshalb haben wir zuerst aus Holzpfaelen ein mobiles Fussballtor errichtet und spaeter noch ein festes Fussballtor. Jetzt koennen wir die Spielfeldgroesse je nach Anzahl der Spieler variieren. Das Fussballspiel mit den Kindern macht richtig Spass und Cricket wird nur noch selten vorgezogen.

Erst kuerzlich haben wir noch ein Volleyballfeld aufgebaut. Volleyball muss aber erst trainiert werden, dass das Spiel Spass macht. Deshalb ist jetzt an 3 Nachmittagen in der Woche Volleyball Pflicht.

Fuer das naechste halbe Jahr ist mein Ziel den Kindern Volleyball und eventuell noch andere Sportarten beizubringen. Ausserdem moechten ich durch unseren Unterricht und durch alltaegliche Gespraeche das Englisch unserer Kinder weiter verbessern und weiterhin so viel Spass mit den Kindern haben wie im ersten Halbjahr!

Da wir ausserhalb der Stadt wohnen und nur Sonntags in die Stadt kommen, habe ich bis jetzt wenige Freundschaften mit Indern schliessen koennen. Aber wir haben mit unseren Mitfreiwilligen sehr viel Kontakt und konnten gemeinsam schon einiges unternehmen, da wir alle in der Naehe von Mysore oder Bangalore wohnen. Also in einem durchaus erreichbaren Rahmen.