Dienstag, 29. September 2009
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Meine Nummer ist:
9379905148
Ich freu mich ueber jeden Anruf
Dasara Festival
Nach meinem Urlaub, verbrachte ich die letzten Tage alle in Mysore um mir das Dasara Festival anzuschauen. Ausser mir waren fast alle anderen Freiwilligen, bis auf die, die gerade ihren Urlaub in Goa verbringen, in der Stadt um sich das Festival anzuschauen. Ueberall in der Stadt waren kleinere Schauplaetze mir verschiedenen Veranstaltungen. Zum Beispiel eine eher schlecht bestueckte Flowershow, eine Art Volkfest, und eine Foodstreet in der man gutes, billiges indisches Essen kaufen konnte. Das Highlight des Festivals war die Prozession am Montag, bei der Tanzgruppen, Yogagruppen und Musikgruppen etwas auffuehrten, auf verschiedenen Waegen mit gebastelten Skulpturen etwas sybolisiert werden sollte und bemahlte Elefanten Kutschen hinter sich herzogen und den goldenen Stuhl des Maharatschas auf sich trugen. Nachdem ich auf diese Prozession 5 Stunden im Schneidersitz am Strassenrand gewartet habe, um dann in erster Reihe zu stehen, habe ich jetzt ueberall Schmerzen und muss mich erstmal von den Strapazen erholen. Am 1. Oktober geht die Schule bei uns wieder los. Und am 2. Oktober ist Ghandis Geburtstag, der hier bestimmt auch groesser gefeiert wird.
Urlaub in Kerala
In Aleppey uebernahmen wir unser Hausboot, das das Groesste und Luxurioeseste auf den ganzen Backwaters ist und auf dem angeblich vor 3 Wochen Sachin, der Kapitaen der indischen Cricket Nationalmannschaft und weltbeste Cricketspieler, ein paar Naechte verbracht haben soll. Auf dem Boot hatten wir noch einen Koch, einen Fahrer und eine Servicekraft und das ganze fuer jeden von uns 11 fuer 1400Rs. Eigentlich hatte das Boot nur 8 Schlafplaetze, aber das war bei der Groesse kein Problem. Um 11 ging es dann los und dauerte bis um 9 am naechsten Tag. Ein bisschen entaeuschent war, dass wir insgesamt nur ca. 5 Stunden gefahren sind und die restliche Zeit am Ufer angelegt haben. Ausserdem faehrt man mit dem Hausboot nur durch die grossen Kanaele und kommt nicht tief in die Backwaters rein. Um in die kleineren Kanaele reinzukommen, haben wir uns vom Anlegeplatz unseres Bootes nochmal ein Kanu gemietet und sind mit diesem noch eine Stunde durch die kleineren Kanaele gefahren. Trotzdem war es sehr eine ueberaus entspannende Tour.
Nach der Bootstour ging es dann weiter nach Kochi, dort schauten wir uns das Fort Kochi an, das eher einer suedeuropaeischen Stadt gleicht als einer indischen, weil dort die Portugiesen sich als erstes angesiedelt haben. Ausserdem schauten wir noch ein Theaterstueck an, bei dem die Schauspieler nur mit der Stummensprache Katerkhali kommunizierten. Das Theaterstueck war aber weniger mitreisend.
Etwas ermuedet von der Nacht zuvor konnte ich dann am naechsten Tag, die 11 Stundenbusfahrt, ueber die Nacht zum 26. September, zurueck nach Mysore durchschlafen, was die Rueckreise fuer mich sehr angenehm machte.
Freitag, 18. September 2009
nana hotte tumboitu!
Jetzt muss ich wieder zurueck zu Sven ins Krankenhaus
Eine Nacht bei einer indischen Familie
Zum Abendessen und zum Fruehstueck hatte ich das beste indische Essen, das ich hier gegessen habe. Zum Abendessen Puris (fritierter Fladen) mit vielen verschiedenen Beilagen und zum Fruehstueck Masala Dosa, ein Fladen gefuellt mit Kartoffeln. Endlich wieder Kartoffeln! Und sonst war es auch sehr nett mit ihnen und sie haben sich sehr um mich gekuemmert.
Die Lehrerin ist nicht so ueberzeugt vom Essen im Projekt und moechte den Koechinnen dort beibringen, richtig zu kochen. Im Projekt bekommen wir zur Zeit zum Fruehstueck immer verschiedene Sachen (Chapatis,Puris, Dosas, Idlis oder Reis mit Erdnusssosse), aber zum Mittagessen und zum Abendessen gibt es immer das Gleiche, Reis mit Samba (Sosse mit vielen verschiedenen Gemuesesorten). Also mehr Abwechslung waere natuerlich super.
Wenn Sven bis Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen wird, halte ich an meinem Plan nach Kerala zu fahren immer noch fest, leider dann ohne ihn. Er wird dann erstmal wieder zu Kraeften kommen muessen, dabei kann ich ihm dann nicht mehr wirklich helfen. Auch alle Lehrerinnen haben gesagt, ich soll unbedingt an meinem Plan festhalten, weil sie sich um ihn kuemmern werden. Ausserdem kann er das Dasara-Festival, das ab heute in Mysore stattfindet geniessen. Das Festival ist das Groesste hier in Karnataka und auch ausserhalb ist es sehr beliebt. Es dauert 10 Tage und der Hoehepunkt findet in den letzten 2 Tagen statt. Die meisten Schulen in Karnataka haben deshalb zu dieser Zeit Schulferien und auch in den angrenzenden Staaten haben die Kinder in vielen Schulen Ferien. Deshalb plan ich auch am 26. wieder von meiner Reise zurueckzukehren, um die Hoehepunkte des Festivals zu erleben. In den letzten paar Tagen wurden schon einige Strassen hier in Mysore geschmueckt und die Stadt aufgeraeumt. Im Projekt ist zur Zeit sehr wenig los. Nur die aeltesten Kinder sind hiergeblieben, um auf die Examen zu lernen. Sogar unser Direktor ist im Urlaub in Chennai.
Nachdem mich die Mosquitos im Projekt jetzt fast einen Monat gequaelt haben und mich jedem Schlaf beraubt haben, trotz Mosquitonetz, glaub ich die Mosquitos jetzt endlich unter Kontrolle gebracht zu haben. Ich hab mir so ein Duftgeraet gekauft, das man an die Steckdose steckt und dann Duft verbreitet. Ich hatte erst nicht geglaubt, dass es hilft, ersten weil wir nur 6 bis 8 Stunden Strom am Tag haben und zweitens, weil es unglaublich viele Mosquitos waren. Aber es wurde seit dem deutlich besser.
Seit dem ihr hier angekommen bin ist das Tauschverhaeltnis von Euro zu Rupien von 1:64 auf 1:72 gestiegen. Das ist gut fuer uns und macht alles noch billiger, aber fuer die Inder natuerlich weniger gut…
Sonntag, 13. September 2009
Alltag auf indisch
Aus meinem Projekt gibt es nicht viel zu erzaehlen. Dort ist mittlerweile der Alltag eingekehrt, obwohl man das nicht sagen kann, weil es keinen Plan gibt, wann wir was machen sollen und wir bekommen immer noch sehr kurzfristig gesagt, dass wir Unterricht geben muessen.
Die einzige Unterrichtsstunde die bis jetzt gut geklappt hat, war als ich Gummibaerchen als Belohnung verteilt habe. Seit dem wollen die Kinder immer Gummibaerchen ;(
Leider ist Sven seit letzten Samstag krank und ich muss den Unterricht zur Zeit alleine halten.
Unser Chef hat Sven zuerst zu einem Dorfarzt geschickt, um sich untersuchen zu lassen. Dieser Arzt war aber kein richtiger Arzt, sondern war frueher beim Staat angestellt und macht jetzt als Hobby einen auf Arzt. Er hat Sven zum Beispiel abgehoert, ohne dass er seinen Pullover ausziehen musste. Er hat am Ende auch kein Geld fuer seine Dienstleistung verlangt, aber die Krankheit wurde auch nicht besser. Gestern waren Sven und ich dann im Apollo Hospital in Mysore, angeblich das Beste in der Stadt. Dort wurde Sven dann von einem Arzt untersucht, der ihn zum Blutabnehmen und zum Aufnehmen von Roentgenbildern geschickt hat und wurde dann, ohne dass einer bei ihm Fieber gemessen hat und ohne Medikamente nach Hause geschickt. Die Ergebnisse des Bluttests bekommt er dann am Montag. Ich hoffe es wird auch so besser.
Gestern sind einige Volunteers nach Mysore gekommen um sich die Stadt anzuschauen. Am Abend wurde wieder kraeftig gefeiert im Schuppen des nobelsten Hotels der Stadt. Der Club schaut aus wie die Disco aus dem Film Pulp Fiction mit den Cabrios am Rand. Man kann sich hier mit wenig Geld fuer deutsche Verhaeltnisse wirklich alles leisten... . Ausserdem hatten wir freien Eintritt und 10% auf alles und eine eigene Area. Weil der Club wieder um 12 zumachte gings danach mit Indern in ein anderes Hotel, durch die Kueche, durch eine kleine Tuer hinter der sich ein riessen Club befand. Wahrscheinlich illegal. Dort wurde dann noch bis spaet in die Nacht gefeiert.
Wir haben jetzt fuer den 20. September einen Platz im Bus nach Kochi reserviert. Dort wollen wir dann zusammen mit anderen Volunteers, die dort auch sind, die Hausboottour auf den Backwaters von Kerala machen. Bis dahin ist noch einiges im Projekt zu machen. Wir muessen noch die "Biblothek" ordnen und das Lager aufraeumen.
Jetzt hol ich mir was zu essen...
PS: Danke Anika, Christoph und Ludwig fuer die Postkarten. Sie sind beide nach 2 Wochen angekommen. Ich hab die Postkarten sogar in meinem Unterricht verwenden koennen und die Kinder waren sogar einigermassen interessiert.
Sonntag, 6. September 2009
Was sonst noch passiert...

Am letzten Donnerstag wurde mit einer grossen Feier der Gott Ganesh verabschiedet. In dieser Feier wurde die Tonfigur, die die Kinder gebaut hatten, in einer Regentonne versenkt, wobei die Kinder, mit bemaltem Oberkoerper, nebenher zu Trommelmusik tanzten. Das Ganze machte mehr den Anschein eines Regenwaldureinwohnerrituals als einer religioesen Zeremonie.
Für grosse Aufregung sorgte diese Woche die Nachricht, dass der Ministerpräsident von Andrah Pradesh und noch 4 weitere Menschen bei einem Helikopterabsturz gestorben ist. Es wird angenommen, dass der Hubschrauber auf Grund des Unwetters abgestürzt ist, das er durchquerte, aber die Polizei will noch keine sicheren Angaben machen, weil der Hubschrauber über dem Gebiet eines Regierungsfeindlichen Stammes abgestuerzt ist, weshalb das Militär den zuerst verschollenen Hubschrauber auch nur ueber Luft suchen konnte.
Im Projekt ist zur Zeit wenig los. Die Kinder haben sich gewogen. Alle Kinder im Projekt bestehen eigentlich nur aus Knochen und (wenig) Muskeln. Der grösste von ihnen (wenn Sven nicht waere, waere ich der groesste im Projekt) ist fast so gross wie ich, aber wiegt mehr als 20kg weniger als ich. Ich hab in der Zeit hier gluecklicher Weise noch nichts abgenommen (und nichts zugenommen). Ueber das Essen kann man sich eigentlich nicht beschweren. Es ist fuer indische Verhaeltnisse sehr vielfaeltig.
Ueber den Fitnesszustand der Inder sagt auch die Tatsache aus, dass beim Teachersday am Samstag eine Lehrerin beim Wettlauf nach 10 Metern zusammengebrochen ist. Der restliche Teachersday bestand aus Präsentationen (Theater, Gesang) der Kinder und hatte nicht mehr so viel Spektakulaeres zu bieten.

Vom 20.9. bis zum 30.9 haben Sven und ich unsere ersten Ferien. Wir nennen es Ueberstundenabbau, weil wir hier anders als in unserem Vertrag steht, 6 statt 5 Tage die Woche arbeiten und insgesamt über 60 Stunden statt maximal 35 Stunden. Tatsache ist, dass die Kinder dort Ferien haben und es dann nicht mehr so viel zu tun gibt. Deshalb haben wir den Chef gefragt ob er uns freigeben kann. Geplant ist ein Ausflug zu den Kerala Backwaters um dort eine Bootstour zu machen. Fest steht aber noch nichts…
Ich hab mir ein weiteres mal eine neue Handynummer (00919379905148) bei einem anderen Anbieter zugelegt, weil ich in meinem Projekt mit dem anderen kein Empfang habe. Inzwischen ist die andere Simkarte ein weiteres Mal gesperrt worden, aber diesmal hat es ICDE hinbekommen das ganze zu richten und hat mir damit meine 600 Rupien Guthaben gerettet.
Party in den West Ghats
Mit einem Anruf von unseren 2 Mysorekolleginnen am Freitag Abend fing alles an. Sie fragten uns ob wir nicht Lust hätten übers Wochenende mit nach Ooty zu fahren, um dort den Geburtstags Manuels zu feiern und noch andere Freiwillige zu treffen. Spontan entschieden wir uns dazu, getreu dem Motto „ Man muss alles, was möglich ist mitnehmen“. Das hieß, wir mussten unsere gesamten warmen Sachen einpacken (1 Pullover) und am Samstag in der Früh aufbrechen, nach der Yogastunde um 6 Uhr, und fuhren dann zusammen mit Ruth und Hanna von Mysore (700m) aus mit dem Bus nach Ooty. Nach 6 Stunden Busfahrt, auf der wir einen Nationalpark durchquerten und unsere ersten freilebenden Elefanten sahen, erreichten wir das auf 2300m gelegene Ooty. Die Landschaft dort ähnelt einer Mischung aus Alpenlandschaft und Regenwald und die Temperatur liegt in der Nacht unter 10°C. Anschließend besuchten wir Manuel und Paul, die sich ein Cottage in Ooty gemietet hatten. Dort trafen wir dann noch 11 weitere Freiwillige. Die meisten hatten einen Weg von über 12 Stunden auf sich genommen um dort hinzukommen.

2 Amerikaner hielten am Straßenrand an und stiegen aus dem Auto aus um dort stehende Elefanten zu fotografieren. Als die zwei die Elefanten verfolgten wurden die Elefanten aggressiv und griffen die Amerikaner an. Diese rannten um ihr Leben und konnten sich gerade noch in ihr Auto flüchten. Wie es weiter ging, sahen wir nicht, weil unser Jeep Fahrer sofort das Gas durchdrückte um den agressiven Elefanten zu entkommen.
Nach insgesamt 6 Stunden Rückfahrt erreichten wir um 8 Uhr Abends Mysore, wo wir gerade noch den letzten Bus zu unserem Projekt erwischten. Der ganze Tripp hat sich sehr für uns gelohnt, obwohl er von der Länge vergleichbar ist mit einem Wochenendausflug von Berlin auf die Zugspitze, um dort Party zu feiern.